Bodenbeschichtung „Glanz & Glatt“ verarbeiten
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verarbeitung einer reflektierenden Epoxidharz-Bodenbeschichtung – vom Bodenanschliff über Grundierung und farbige Beschichtung bis zur transparenten Versiegelung und optionalen Rutschhemmung.
Oft werden wir gefragt, wie die Bodenbeschichtung richtig aufzutragen ist. Verständlich – Mischungsverhältnisse, Temperaturen und Aushärtezeiten sind nicht selbsterklärend. Diese Anleitung beantwortet alle wichtigen Fragen Schritt für Schritt.
Die Serie „Glanz & Glatt“ erzeugt reflektierende und glänzende Böden. Die Oberfläche ist eben – vorausgesetzt, der Untergrund wurde optimal vorbereitet. Bei Nässe kann sie rutschig werden; für mehr Sicherheit empfehlen wir rutschhemmende Zusätze (siehe Schritt 6).
Hinweis: Diese Anleitung bezieht sich auf unsere Produkte. Verwenden Sie für optimale Kompatibilität bitte ausschließlich Produkte aus unserem Haus.
Vorüberlegungen
Brauche ich eine Roll- oder Verlaufsbeschichtung?
Für private Anwendungen ist eine Rollbeschichtung zu 99 % die richtige Wahl. Für industrielle Anwendungen empfehlen wir eine Verlaufsbeschichtung.
Rollbeschichtung
- Geringer Materialaufwand
- Einfache Verarbeitung
- Wenig Vorbereitung nötig
- Schnellere Abnutzung
- Geringer Schichtaufbau
- Kratzeranfällig ohne Versiegelung
Verlaufsbeschichtung
- Hoher Schichtaufbau
- Bis 3 t/cm² Belastung · staplerbefahrbar
- Hoher Glanzgrad & Kratzfestigkeit
- Aufwändigere Verarbeitung
- Hoher Materialaufwand
- Anspruchsvolle Technik
Den Boden anschleifen
Der Untergrund wird zunächst mit einem Tellerschleifer in der Körnung 80–120 angeschliffen – das öffnet die Oberfläche und gibt der späteren Beschichtung optimalen Halt. Voraussetzung: Bodenfeuchtigkeit unter 30 %, Untergrund absolut fest.
Anschließend werden lose Partikel und Schleifstaub gründlich entfernt – am besten mit einem Industriestaubsauger. So bleibt nichts zurück, was die Haftung der Grundierung später stören könnte.
Im letzten Schritt werden Dellen und Ausbrüche mit unserem HPSM-100 Feinspachtel ausgebessert. So entsteht eine ebene Fläche ohne Staubeinschlüsse im Spachtel. Vor dem Weiterarbeiten muss der Spachtel vollständig aushärten.
Glanzgrad-Tipp: Glatt geschliffen ergibt einen glänzenden Boden, rauer Schliff einen seidenmatten Look.
- Reihenfolge: schleifen → saugen → spachteln
- Tellerschleifer mit Körnung 80–120
- Schleifstaub gründlich absaugen (Industriestaubsauger)
- Dellen & Ausbrüche mit HPSM-100 Feinspachtel ausbessern, vollständig aushärten lassen
- Bodenfeuchtigkeit unter 30 %, Untergrund absolut fest
- Je glatter der Schliff, desto höher der spätere Glanzgrad
Den Boden grundieren
Die HPBG-300 Grundierung nimmt dem Boden die Saugfähigkeit und sorgt für ideale Haftvermittlung – so sickert die Bodenfarbe nicht durch.
Stammkomponente in den KE.030 Kunststoffeimer (30 L) geben, 1 Min. anrühren. Härter dazu, weitere 2–3 Min. mit dem WM.060 Wendelmischer bei 300–400 U/min verrühren. Material max. 15–20 cm hoch im Eimer. Mit der BW.025 Beschichtungswalze (25 cm) auftragen.
- Verbrauch: 0,3 kg/m²
- Stamm 1 Min., dann Härter 3–4 Min. bei 300–400 U/min
- Auftragen mit BW.025 Beschichtungswalze
Die farbige Bodenbeschichtung auftragen
Die 2-komponentige HPBI-500 Bodenbeschichtung (Innen) bzw. HPBA-500 (Außen) wird in der richtigen Dosierung geliefert.
Farbkomponente kurz durchrühren, Härter dazu, 3–4 Min. bei 300–400 U/min verrühren. Max. 15–20 cm Füllhöhe. Mit der BW.025 Beschichtungswalze auftragen – mindestens 2 Anstriche mit je ca. 24 h Trocknung.
- Verbrauch: 0,2 kg/m² pro Schicht · 0,5 kg/m² bei 2 Schichten
- Mindestens 2 Anstriche · ca. 24 h Trocknung zwischen den Schichten
Transparente Versiegelung auftragen
Für mehr Kratzfestigkeit und Glanz empfehlen wir die HPVI-500 Bodenversiegelung (Innen) bzw. HPVA-500 (Außen) – ein hochwertiges, transparentes Epoxidharz als finale Schutzschicht.
Anrühren wie gewohnt. Mit der VW.025 Versiegelungswalze auftragen, anschließend unbedingt mit der SW.018 Stachelwalze entlüften. Für sicheres Begehen die NG.030 Nagelschuhe nutzen. Entlüften, solange die Versiegelung noch nicht ausgehärtet ist.
- Verbrauch: 0,5 kg/m²
- Auftragen mit VW.025 – entlüften mit SW.018 Stachelwalze
- Begehung nur mit NG.030 Nagelschuhen
Farbigen Kontrast mit Dekochips erzeugen
Für einen besonderen Kontrast sorgen unsere HPDC-100 Dekochips (matt oder metallic). Sie werden direkt nach dem letzten Beschichtungsdurchgang in den nicht trockenen Boden eingeworfen – bzw. in die noch nasse Versiegelung. Die Chips tauchen ins Harz ein, nur die obere Kante bleibt sichtbar. Überstehende Schnipsel brechen nach kurzer Begehung von allein ab und können weggefegt werden.
- Weiter Einwurf: ca. 10 g/m² · Dichter Einwurf: 300–500 g/m²
- Nicht in die Farbe einrühren – immer einwerfen
- Begehung nur mit NG.030 Nagelschuhen
Rutschhemmung mit Glasperlen oder Quarzsand
Mit Epoxidharz beschichtete Böden sind in Verbindung mit Wasser, Öl oder Fett rutschig. Für mehr Sicherheit: HPGP-100 Anti-Rutsch Glasperlen (100–150 g/m², in die nasse Schicht einstreuen) oder HPQS-100 Quarzsand (ca. 1 kg pro 1 kg Beschichtung, mit der Beschichtung verrührt). Wichtig: in die letzte Schicht, damit sie nicht überbeschichtet werden.
Glasperlen – Rutschhemmungsklassen
| R9 | R10 | R11 | R12 | R13 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Menge / m² | 500 g | 1.000 g | 3.000 g | – | – |
| Haftreibwert | Gering | Normal | Erhöht | Groß | Sehr groß |
| Neigungswinkel | 3°–10° | 10°–19° | 19°–27° | 27°–35° | > 35° |
Quarzsand – Rutschhemmungsklassen
| R9 | R10 | R11 | R12 | R13 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Menge / m² | 100–200 g | 200–300 g | 300–400 g | 400–500 g | ~1.000 g |
| Haftreibwert | Gering | Normal | Erhöht | Groß | Sehr groß |
| Neigungswinkel | 3°–10° | 10°–19° | 19°–27° | 27°–35° | > 35° |
- Glasperlen – bis Klasse R11. Ideal für Privatanwendung. In die nasse letzte Schicht einstreuen.
- Quarzsand – bis Klasse R13. Ideal für Industrie (gesetzliche Klasse beachten!). Mit der Beschichtung verrührt und aufgerollt.