Anleitung · Bodenbeschichtung

Bodenbeschichtung „Glanz & Glatt“ verarbeiten

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verarbeitung einer reflektierenden Epoxidharz-Bodenbeschichtung – vom Bodenanschliff über Grundierung und farbige Beschichtung bis zur transparenten Versiegelung und optionalen Rutschhemmung.

Dauerca. 3 Tageinkl. Trocknung
SchwierigkeitMittelDIY-tauglich
ArtRollbeschichtungfür Innenräume
Schritte6 Schritte3 davon optional

Oft werden wir gefragt, wie die Bodenbeschichtung richtig aufzutragen ist. Verständlich – Mischungsverhältnisse, Temperaturen und Aushärtezeiten sind nicht selbsterklärend. Diese Anleitung beantwortet alle wichtigen Fragen Schritt für Schritt.

Die Serie „Glanz & Glatt“ erzeugt reflektierende und glänzende Böden. Die Oberfläche ist eben – vorausgesetzt, der Untergrund wurde optimal vorbereitet. Bei Nässe kann sie rutschig werden; für mehr Sicherheit empfehlen wir rutschhemmende Zusätze (siehe Schritt 6).

Hinweis: Diese Anleitung bezieht sich auf unsere Produkte. Verwenden Sie für optimale Kompatibilität bitte ausschließlich Produkte aus unserem Haus.

Vorüberlegungen

Brauche ich eine Roll- oder Verlaufsbeschichtung?

Für private Anwendungen ist eine Rollbeschichtung zu 99 % die richtige Wahl. Für industrielle Anwendungen empfehlen wir eine Verlaufsbeschichtung.

Rollbeschichtung

  • Geringer Materialaufwand
  • Einfache Verarbeitung
  • Wenig Vorbereitung nötig
  • Schnellere Abnutzung
  • Geringer Schichtaufbau
  • Kratzeranfällig ohne Versiegelung

Verlaufsbeschichtung

  • Hoher Schichtaufbau
  • Bis 3 t/cm² Belastung · staplerbefahrbar
  • Hoher Glanzgrad & Kratzfestigkeit
  • Aufwändigere Verarbeitung
  • Hoher Materialaufwand
  • Anspruchsvolle Technik
01Pflichtschritt

Den Boden anschleifen

Der Untergrund wird zunächst mit einem Tellerschleifer in der Körnung 80–120 angeschliffen – das öffnet die Oberfläche und gibt der späteren Beschichtung optimalen Halt. Voraussetzung: Bodenfeuchtigkeit unter 30 %, Untergrund absolut fest.

Anschließend werden lose Partikel und Schleifstaub gründlich entfernt – am besten mit einem Industriestaubsauger. So bleibt nichts zurück, was die Haftung der Grundierung später stören könnte.

Im letzten Schritt werden Dellen und Ausbrüche mit unserem HPSM-100 Feinspachtel ausgebessert. So entsteht eine ebene Fläche ohne Staubeinschlüsse im Spachtel. Vor dem Weiterarbeiten muss der Spachtel vollständig aushärten.

Glanzgrad-Tipp: Glatt geschliffen ergibt einen glänzenden Boden, rauer Schliff einen seidenmatten Look.

Das Wichtigste in Kürze
  • Reihenfolge: schleifen → saugen → spachteln
  • Tellerschleifer mit Körnung 80–120
  • Schleifstaub gründlich absaugen (Industriestaubsauger)
  • Dellen & Ausbrüche mit HPSM-100 Feinspachtel ausbessern, vollständig aushärten lassen
  • Bodenfeuchtigkeit unter 30 %, Untergrund absolut fest
  • Je glatter der Schliff, desto höher der spätere Glanzgrad
02Pflichtschritt

Den Boden grundieren

Die HPBG-300 Grundierung nimmt dem Boden die Saugfähigkeit und sorgt für ideale Haftvermittlung – so sickert die Bodenfarbe nicht durch.

Stammkomponente in den KE.030 Kunststoffeimer (30 L) geben, 1 Min. anrühren. Härter dazu, weitere 2–3 Min. mit dem WM.060 Wendelmischer bei 300–400 U/min verrühren. Material max. 15–20 cm hoch im Eimer. Mit der BW.025 Beschichtungswalze (25 cm) auftragen.

Das Wichtigste in Kürze
03Pflichtschritt

Die farbige Bodenbeschichtung auftragen

Die 2-komponentige HPBI-500 Bodenbeschichtung (Innen) bzw. HPBA-500 (Außen) wird in der richtigen Dosierung geliefert.

Farbkomponente kurz durchrühren, Härter dazu, 3–4 Min. bei 300–400 U/min verrühren. Max. 15–20 cm Füllhöhe. Mit der BW.025 Beschichtungswalze auftragen – mindestens 2 Anstriche mit je ca. 24 h Trocknung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Verbrauch: 0,2 kg/m² pro Schicht · 0,5 kg/m² bei 2 Schichten
  • Mindestens 2 Anstriche · ca. 24 h Trocknung zwischen den Schichten
04Optional

Transparente Versiegelung auftragen

Für mehr Kratzfestigkeit und Glanz empfehlen wir die HPVI-500 Bodenversiegelung (Innen) bzw. HPVA-500 (Außen) – ein hochwertiges, transparentes Epoxidharz als finale Schutzschicht.

Anrühren wie gewohnt. Mit der VW.025 Versiegelungswalze auftragen, anschließend unbedingt mit der SW.018 Stachelwalze entlüften. Für sicheres Begehen die NG.030 Nagelschuhe nutzen. Entlüften, solange die Versiegelung noch nicht ausgehärtet ist.

Das Wichtigste in Kürze
05Optional

Farbigen Kontrast mit Dekochips erzeugen

Für einen besonderen Kontrast sorgen unsere HPDC-100 Dekochips (matt oder metallic). Sie werden direkt nach dem letzten Beschichtungsdurchgang in den nicht trockenen Boden eingeworfen – bzw. in die noch nasse Versiegelung. Die Chips tauchen ins Harz ein, nur die obere Kante bleibt sichtbar. Überstehende Schnipsel brechen nach kurzer Begehung von allein ab und können weggefegt werden.

Das Wichtigste in Kürze
  • Weiter Einwurf: ca. 10 g/m² · Dichter Einwurf: 300–500 g/m²
  • Nicht in die Farbe einrühren – immer einwerfen
  • Begehung nur mit NG.030 Nagelschuhen
06Optional

Rutschhemmung mit Glasperlen oder Quarzsand

Mit Epoxidharz beschichtete Böden sind in Verbindung mit Wasser, Öl oder Fett rutschig. Für mehr Sicherheit: HPGP-100 Anti-Rutsch Glasperlen (100–150 g/m², in die nasse Schicht einstreuen) oder HPQS-100 Quarzsand (ca. 1 kg pro 1 kg Beschichtung, mit der Beschichtung verrührt). Wichtig: in die letzte Schicht, damit sie nicht überbeschichtet werden.

Glasperlen – Rutschhemmungsklassen

R9R10R11R12R13
Menge / m²500 g1.000 g3.000 g
HaftreibwertGeringNormalErhöhtGroßSehr groß
Neigungswinkel3°–10°10°–19°19°–27°27°–35°> 35°

Quarzsand – Rutschhemmungsklassen

R9R10R11R12R13
Menge / m²100–200 g200–300 g300–400 g400–500 g~1.000 g
HaftreibwertGeringNormalErhöhtGroßSehr groß
Neigungswinkel3°–10°10°–19°19°–27°27°–35°> 35°
Welches Material wann?
  • Glasperlen – bis Klasse R11. Ideal für Privatanwendung. In die nasse letzte Schicht einstreuen.
  • Quarzsand – bis Klasse R13. Ideal für Industrie (gesetzliche Klasse beachten!). Mit der Beschichtung verrührt und aufgerollt.

Verarbeitungshinweise: Epoxidharz

MischungsverhältnisProduktspezifisch (siehe Artikelbeschreibung)
Mindesttemperatur6 °C (Härtung und Objekttemperatur)
Max. Temperatur25 °C (höhere Temperaturen können zum Aufkochen führen)

Verarbeitungszeit (bei konstanter Temperatur)

+5 °C+10 °C+20 °C+30 °C
45 Min.30 Min.20 Min.10 Min.

Mechanische Aushärtung — Begehbar

+5 °C+10 °C+20 °C+30 °C
30 Std.16 Std.10 Std.6 Std.

Chemische Aushärtung — Wasser- & Chemiefest

+5 °C+10 °C+20 °C+30 °C
9 Tage7 Tage5 Tage3 Tage

Wichtige Hinweise

  • Epoxidharze sind kälteempfindlich, solange sie noch flüssig sind. Sollte die Komponente A einen Absatz bilden oder zäh sein, ist das Gebinde in ein Wasserbad zu stellen (50–60 °C). Nach ca. einer Stunde wird die Viskosität wiederhergestellt.
  • Unsere Produkte nicht mit Produkten anderer Hersteller kombinieren.
  • Zwischen einzelnen Schichten mindestens 24 h Pause einhalten.
  • Erste 7–10 Tage: keinen Wasserkontakt (Härter kann reagieren).
  • Bei farbigen Produkten aus verschiedenen Chargen sind Farbabweichungen möglich.
  • Farben werden auf jedem Monitor unterschiedlich dargestellt – mit RAL-Farbfächer abgleichen.
  • Epoxidharz reagiert auf UV-Strahlung und vergilbt – bei belichteten Flächen gelbliche oder dunkle Farben wählen.